Archiv für April 2008

Ehrung der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer von 1933 bis 1945

Der „Initiativkreis zur Ehrung der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer“ lädt auch in diesem Jahr zu einer Gedenkfeier für die Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer von 1933 bis 1945 ein.

Am 1. Mai 2008 um 9:00 Uhr

Auf dem Neusser Hauptfriedhof an den Gräbern von Hermann Düllgen und August Höhfeld

Hermann Düllgen, geboren am 24.1.1900, KPD-Mitglied und Stadtrat, ruft 1933 nach der Machtübertragung an die Nationalsozialisten zum gemeinsamen Handeln der Arbeiterparteien gegen das NS-Regime auf. Trotz mehrfacher Verhaftungen und KZ-Haft gibt er den Widerstand nicht auf. Am 27.10.1944 wird er in Frankfurt/Main hingerichtet.

August Höhfeld, geboren am 13.2.1893 in Neuss. Der parteilose Zimmermann August Höhfeld wohnt zunächst in der Goethestraße. Er ist Nazigegner und sympathisiert mit den Kommunisten. Der Krieg geht ins fünfte Jahr und kommt auf Deutschland zurück. Höhfeld selbst ist ausgebombt und lebt inzwischen in einer Notwohnung am Berghäuschensweg.
In der Stadt, vor einer Runde ihm bekannter Leute, sagt er, was er von dem „Führer“ und seinem Krieg hält. Ein Denunziant zeigt ihn an. Die Gestapo verhaftet ihn, bringt ihn in das Düsseldorfer Gefängnis „Ulmer Höhe“. Dort wird er täglich verprügelt. Am 13.5 1944 ist er tot. Seiner Frau wir mitgeteilt, ihr Mann habe sich erhängt. Die Frau setzt die Überführung des Leichnams auf den Friedhof in Neuss durch. Freunde stellen fest: Höhfeld hat sich nicht erhängt. Er ist erschossen worden.

Wenn Kinder rechtsextrem werden – Mütter erzählen

Wenn Kinder rechtsextrem werden – Mütter erzählen

Warum gerade ich? Warum gerade mein eigenes Kind? Warum hilft mir keiner? Bedrängende Fragen von Müttern, deren Kinder Neonazis sind. Dieses Buch lässt Mütter über das Ringen um ihre Kinder erzählen und bietet Hilfe.

Sie sitzen im Wohnzimmer mit den Fotos ihrer Kinder vor sich: Babys, Kleinkinder, Schulkinder mit offenen, lebendigen Gesichtern und großen Augen, die neugierig in die Welt blicken. Heute aber sind aus den niedlichen Kleinen Neonazis geworden, brutale Schläger mit Glatze und Bomberjacke oder auch Vordenker der rechtsextremen Szene. Verzweifelt berichten die Mütter von durchweinten Nächten, handfesten Auseinandersetzungen, Versagensängsten und Schuldgefühlen; wie sie Rat gesucht haben und von Schuldirektoren mit der Begründung abgewiesen wurden, es gebe hier kein rechtsextremes Problem; wie Lehrer mit den Schultern zuckten und meinten, sie hätten zwar einen Bildungs-, aber keinen Erziehungsauftrag; wie Nachbarn weggeschaut haben, wenn die Jugendlichen der Eigenheimsiedlung plötzlich mit Springerstiefeln und Reichskriegsflagge in die Schule gingen; und wie sie auf dem Jugendamt selbst verantwortlich gemacht wurden – denn wer sich scheiden lasse, brauche sich ja nicht wundern, wenn das Kind plötzlich rechtsextrem werde. Diese Mauer des Schweigens, die Ignoranz, die mangelnde politische Aufklärung sind das, was Eltern – jenseits der innerfamiliären Tragödie – hilf- und oft auch mutlos macht. »Wenn Kinder rechtsextrem werden« jedoch zeigt: Sie sind nicht allein.

Hempel, Claudia: Wenn Kinder rechtsextrem werden – Mütter erzählen. 12.80 Euro. Verlag Zu Klampen -> http://dan4u.de/zuklampen/.