Archiv für April 2012

Gedenken am 1. Mai 2012

Die Terrorzelle von Zwickau hat mit Hilfe eines Netzwerkes zielgerichtet und systematisch gemordet. Neu sind Gewalt und Mord in der Nazi-Szene nicht. Jetzt aber ist offensichtlich, dass staatlich finanzierte Spitzel den Terror nicht verhindert, sondern eher gefördert haben.
Nach unterschiedlichen Angaben antifaschistischer Initiativen sowie „Tagesspiegel“ und „Frankfurter Rundschau“ sind seit 1990 in Deutschland zwischen 140 und 182 Menschen von Neonazis ermordet worden. Die Bundesregierung kennt hingegen nur 47 Mordopfer in Folge von Nazi-Angriffen. Hinter der Differenz von über einhundert Opfern steckt eine Mentalität der Verharmlosung und des Wegschauens öffentlicher Stellen gegenüber rechter Gewalt.
Die neuen Rechtsterroristen unterscheiden sich in ihrer Einstellung zur Gewalt kaum von ihren historischen Geistesgenossen. Die Verherrlichung von Gewalt und Krieg gehört bis heute zum Grundrepertoire der Naziideologie.
Von den 20 000 Nazi-Straftaten im Jahr 2010 waren 800 Gewalttaten. Terror gegen Andersdenkende oder einfach gegen Menschen, die nicht in das Weltbild der Nazis passen, ist jedenfalls nicht neu.
Neben dem Versagen oder gar der Verstrickung von Ermittlungsbehörden und Geheimdiensten in das rechte Milieu steht die ungeheuerliche Tatsache, dass terroristische Nazistrukturen aus öffentlichen Mitteln finanziert wurden, jetzt mit Recht im Mittelpunkt der Kritik. Statt den Terror aufzuklären, haben die Schlapphüte im Dienste des Staates den Aufbau von Nazi-Strukturen erst ermöglicht.
Die Aufklärung über Nazi-Gewalt und das Verbot der NPD, die diese Gewalt propagiert und nährt, werden nun auch von jenen gefordert, die ein NPD-Verbot bisher ablehnten. Diesen Bekenntnissen müssen jetzt Taten folgen!
Die Abschaltung aller Nazi-V-Leute und die Einleitung und konsequente Durchsetzung eines Verbotsverfahrens gegen die NPD können nur erste Schritte sein. Der Kampf gegen rechte Ideologien, Rassenhass und Gewalt braucht Engagement des Staates und seiner Bürger. Auf die Tagesordnung gehören ebenso die Stärkung demokratischer Strukturen und die Vermittlung humanistischer Werte.

Dass alle Menschen gleich sind ist eine der Lehren, die aus den Verbrechen des deutschen Faschismus und dem Widerstand zu ziehen ist. Dieser Gleichheitsgrundsatz ist zu verteidigen – gegen Neonazis ebenso wie gegen einen „gesellschaftsfähigen“ Neorassismus.

Der Initiativkreis lädt Sie / Euch
am 1. Mai 2012 um 9.00 Uhr auf dem Neusser Hauptfriedhof
an den Gräbern von Hermann Düllgen und August Höhfeld zu einer Gedenkfeier zu Ehren der Neusser Widerstandskämpferinnen und Widerstandskämpfer ein!

Grab Düllgen Höhfeld